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TraumAlos e.V. - Menschen für Menschen
Projekte: Schreib mit TraumAlos!
Bei vielen Menschen, die Einsätze erlebt haben, bleiben unsortierte Gedanken im Kopf. Gedanken, die uns nicht nur an die schrecklichen Erlebnisse, sondern auch an unsere Gefühle, unser Empfinden, unsere Sorgen, unsere Ängste, aber auch unseren Stolz, unser Glück und unsere Freude erinnern.

Die Aktion "Schreib mit TraumAlos!" gibt unseren Geschichten einen Raum! Schreib uns, wie es dir oder deiner Familie, deinen Freunden geht und ging, was du erlebt hast, wie es dir ergangen ist und was du daraus gelernt hast. Drück deine Gedanken und Gefühle doch einfach mit Worten aus. Lass uns daran teil haben, wie es dir geht oder ging. Im Guten wie im Schlechten! Deine Geschichte interessiert uns.

Es geht ganz einfach:
Schick uns deine Geschichte an
und dazu einen kleinen Text, wie es veröffentlicht werden soll. Wir machen dir keinerlei Vorgaben, egal ob du eine Geschichte, ein Gedicht, einen Brief, einen Lied Text oder etwas anderes in Worten ausdrücken möchtest. Du bist der Schriftsteller, fühl dich frei!

"Schreib mit TraumAlos" und hilf uns, anderen zu zeigen, was in uns vorgeht. Sorg damit für Verständnis und Aufklärung, denn authentische Geschichten helfen Menschen zu verstehen, was in uns Uniformträgern und unserem Umfeld manchmal vorgeht. Wir freuen uns auf eure Werke!

Anmerkung: Alle Schriftstücke haben ein Copyright, das beim jeweiligen Verfasser selbst liegt. Teil uns einfach den Namen oder das Pseudonym mit, unter dem wir den Text veröffentlichen sollen. Falls du anonym bleiben möchtest, versehen wir es mit dem TraumAlos-Copyright.

Externes Projekt: Ich kämpf' mich zu dir durch, mein Schatz - Briefe von der Heimatfront
von Katrin Schwarz

Die andere Seite der Feldpost

Von Feldpost – Briefen von Soldaten aus dem Einsatz in die Heimat – war schon viel zu lesen, doch was schreiben die Angehörigen den Soldaten? Wie sieht die andere Seite der Feldpost aus?

Katrin Schwarz wollte wissen, was Frauen, Schwestern und Mütter ihren Briefen anvertrauen, wenn der Empfänger als Soldat in Afghanistan, im Kosovo oder vor Somalia im Einsatz ist.

In einer Auswahl aus über 200 Briefen aus den letzten zehn Jahren erzählt ihr Buch von den Sorgen, Sehnsüchten und dem Alltag der "Soldatenfrauen". Die Briefe geben einen Einblick in die Gefühle derer, die daheim bleiben, wenn der Soldat ins Ausland geschickt wird, und die doch "hinter" ihm stehen, egal wo er ist... Ein Einsatz beginnt nicht mit dem Abreisedatum, sondern meistens früher, und oft endet er nicht, wenn der Soldat wieder zu Hause ist. Die Briefe erzählen von Abschied, Angst und Einsamkeit, aber auch von Liebe, von Träumen und Plänen für die Zeit "danach". Sie handeln vom - manchmal vergeblichen - Bemühen um "business as usual", um dem Soldaten einen von privaten Nöten freien Einsatz und die Rückkehr in ein "normales Leben" zu ermöglichen. "Mach’ Dir keine Sorgen", ist der wohl am häufigsten geschriebene Satz.

Ein berührendes und informatives Buch über das Erleben an der "Heimatfront", durch das Katrin Schwarz die Leser entlang der Etappen eines Auslandseinsatzes einfühlsam begleitet.

* * *

Ich kämpf' mich zu dir durch, mein Schatz - Briefe von der Heimatfront
176 Seiten, Preis: €14,90 (D), ISBN 9783940461162

Erhältlich im Buchhandel oder portofrei direkt im adatia-Verlag unter: bestellung@adatiaverlag.de.
Du findest das Buch auch in unserem Amazon Bücher-Shop
© Katrin Schwarz
Externes Projekt: Menschen schreiben Geschichte
Projektbetreiber: Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen

Geschichte geschieht nicht einfach – sie wird von Menschen gemacht. Und Geschichte wird auch von Menschen geschrieben. Die meisten von uns hinterlassen Spuren auf dieser Welt, oft auch in schriftlicher Form: Briefe, Tagebücher, kleine Erzählungen aus dem Alltag oder ganze Lebensgeschichten oder Familienchroniken.

Solche Produkte persönlicher „Geschichtsschreibung“ können auf Menschen Schreiben Geschichte in einer gemeinnützigen, nichtkommerziellen Umgebung einer interessierten Öffentlichkeit näher gebracht und somit "überliefert" werden.

Erinnerungs- und schreibfreudige Menschen sind eingeladen, eigene autobiographische Texte vorzustellen und lebensgeschichtliche Erfahrungen mit anderen zu teilen.

Menschen schreiben Geschichte
© Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen
Krieg in Afghanistan
anonymer Verfasser

Es ist ein heißer Sommertag.
Unser Auftrag ist, den Brückenschlag zu sichern.
Wir erreichen die zerstörte Brücke und gehen in Stellung.
Die Pioniere beginnen ihre Arbeit. Sie sind schnell, sie sind gut.
Nach einigen Stunden, alle warten gespannt darauf, dass die Pi-Kräfte Ihre Arbeit beenden.

Eine laute Detonation erschüttert die Ruhe und das Treiben vor Ort.

Hektik. Unruhe. Was war das?
Am Funk höre ich, dass es sich um einen Raketenangriff handelt.
Ich wechsel die Stellung, um einen Blick auf die Abschussstelle zu bekommen und das Feuer mit Mörsern zu erwidern.
Während wir noch versuchen, die genaue Abschussstelle zu ermitteln, detoniert einen zweite Rakete in der Nähe.

Die Aufregung wird größer.

Die Funkverbindung ist nicht stabil. Teilweise habe ich keine Verbindung mehr zu meinen aufgesessenen Teilen.
Ich laufe zum Fahrzeug. Ich laufe zur Stellung.
Die Sonne brennt unerbittlich vom Himmel. Es sind nur wenige Meter zwischen der Stellung und dem Fahrzeug.
Ich lege den Weg ein zweites, ein drittes Mal zurück.
Ich bin wieder in der Stellung. Am Ende meiner Kräfte. Dehydriert. Ein Soldat reicht mir eine Wasserflasche. Ich trinke.
Ich versuche ein Feuerkommando abzusetzen. Die Funkverbindung lässt das nur begrenzt zu. Nichts funktioniert.
Wir überwachen. Ich werde auf die letzte aufgeklärte Abschussstelle eingewiesen. Ich ermittle die Koordinaten.
Ich sehe den dritten Abschuss. Die Rakete kommt. Ich sehe sie, sie kommt direkt auf unsere Stellung zu.
Mein Nahsicherer ruft mir zu:" Leutnant, Kopf runter!"

Leere im Kopf. Warten auf den Aufschlag. Hoffen. Angst.

Nach einigen Sekunden Entspannung. Die Rakete hat nicht umgesetzt. Keine Detonation.
Überlebt. Danke Gott.
© TraumAlos e.V.
Lebensbuch
von Josephine Rex

Ich gehe meinen Weg.
Aufrichtig, ehrlich und mit einem Lachen.

Die Steine, die vor mich gelegt werden,
sehe ich schon lange als spannende Herausforderung.
Zugegeben: Mal mehr, mal weniger.

Die Tränen und der Schmerz als Heilung meiner Seele.
Lernte ich doch, dass Tiefen notwendig sind, um Höhen zu genießen.

Die Erinnerungen an den Krieg trage ich wie einen Schatz,
habe ihn schließlich überlebt und viel gelernt.
Wie schön es doch ist, in Frieden zu leben.

Die Erinnerung an Enttäuschung und Trauer, an Hass und Wut,
Ungerechtigkeit und Lügen halte ich sorgsam in den Händen,
denn sie haben mich zu dem gemacht, der ich bin.

Manchmal blicke ich, in meinem Garten sitzend, zu den Sternen und denke mir:
"Ist es von Wert, immer zu kämpfen, neu anzufangen und stark zu sein?"
Immer wieder komme ich zu der Antwort:
Ja, es ist von Wert.

Stillstehen und ertragen kann jeder,
doch hätte ich dann die Möglichkeit,
die schönen Seiten des Lebens voller Leidenschaft zu erfahren?

Auf meinem Weg begleitet mich heute ein Buch mit vielen Kapiteln.
Kapiteln der Liebe, der Männer, der Trauer, der Angst, der Neugierde,
des Krieges, der Hoffnung und des Friedens.

Immer wieder schließt ein Kapitel und ein anderes öffnet sich.
Manchmal wie von Zauberhand - manchmal auch sehr schleppend.

Manche Seiten meines Buches sind leer,
manche überfüllt mit Worten und Bildern, andere
herausgerissen, zerknüllt und wieder eingeklebt.

Ich sitze gerne mit meinem Buch im Garten und blättere
im Licht der Sterne durch die einzelnen Kapitel -
meine Kapitel.

Welch' schlechtes Buch es doch wäre,
wenn es nach dem Vorwort endete...

Mein Lebensbuch ist schon lange mein Weggefährte,
mein treuer Begleiter.

Ich danke dem Leben, dass ich so viel erleben durfte und darf,
denn es ist die Vielfältigkeit, die mein Leben so bunt,
wundervoll und herrlich tragisch macht.

Manchmal fällt eine Sternschnuppe,
dann springe ich auf und fange sie ein.

Auch ein Optimist wie ich
genießt den feinen Sternenstaub und das funkelnde Licht,
ehe er aufbricht, um den nächsten Stein des Weges zu bezwingen.

Wenn der Stein dann bezwungen ist,
kehre ich mit meinem Buch zurück in den Garten
und gebe die Sternschnuppe dem Himmel zurück, denn

Glück und Liebe vermehren sich, wenn man sie weitergibt.
© Josephine Rex
Mein Leben
von Fee Manil

Auf und ab schwingt es. Oft habe ich mich gefragt: Wohin soll ich gehen?
Manche Wege schienen versperrt, manche zu beschwerlich. Ich beschritt sie trotzdem, immer auf der Suche nach Sinn und Intensität. Waren es Umweg, Irrwege?

Nein, es waren Werdensschritte zum Menschsein.

Warum der Schmerz und die Mühsal? Auch das ist ein Teil der Menschwerdung!
Noch einmal durchlebt: Ich würde dieselben Wege beschreiten und mit keinem Menschen möchte ich mein Leben tauschen.
© Fee Manil
Aus meinem Tagebuch
von Jutta Vöckler

Ein kalter Abend, es ist 23 Uhr!
Da, endlich kommen die Busse! Viele Angehörige mit Kindern, Freunden und Kameraden warten, dass ihre Männer, Frauen, Väter und Freunde endlich nach Hause kommen.
Die Busse öffnen ihre Türen. Nach und nach kommen die Männer und Frauen in voller Montur und mit Gepäck beladen heraus. Man sieht ihnen die Anstrengungen und die Müdigkeit der letzten Tage an.
Braungebrannte Gesichter strahlen uns auf der Suche nach ihren Lieben an.

"Endlich zu Hause!"

Ich sehe meine Tochter. Sie sieht gut aus. Braun, strahlend und alles dran. Wir umarmen uns! Tränen der Freude und Erleichterung gehen ihren Weg.

"Du hast mir gefehlt!"

Nach den üblichen Urlaubstagen, ärztlichen Terminen kam eine Woche Seminar mit den Kameraden und Angehörigen. Es wurden Gesprächsrunden mit einem Psychologen abgehalten.
Danach fing der Arbeitsalltag in der Kaserne wieder an.

Afghanistan ist weit weg...

Tagebucheintrag Monate später

Den Tag werde ich nie vergessen. Anruf aus der Kaserne:

"Mama hilf mir! Ich kann nicht mehr!"

Was ist passiert?
Der Truppenarzt erklärt mir mit sachlichen Worten kurz und bündig: "Ihre Tochter hatte einen Nervenzusammenbruch und wird in die Klinik eingewiesen."

Das kann nicht sein! Ich verlor den Boden unter den Füßen...

Heute weiß ich, dass ein Mensch ungeahnte Energie und Kräfte in sich hat, die durch außergewöhnliche Geschehnisse freigesetzt werden können.
Ich danke heute einer Kameradin und jetzt besten Freundin meiner Tochter. Fürs Zuhören und für ihre direkte und spontane Hilfe.
Durch Gespräche mit meiner Tochter über Erlebnisse in meinem Leben konnte ich ihr vermitteln, dass Schwäche zulassen Stärke bringt.

* * *

Wir gründeten den Verein TraumAlos e. V. aus der Erkenntnis, dass es sehr gute Ärzte und Psychologen gibt. WIR wollen aber unkompliziert allen Einsatzkräften und deren Angehörigen, egal ob Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr, Sanitäter usw. helfen.

Traut Euch! Macht den ersten Schritt, fangt an zu reden. Ihr entscheidet wie euer Weg weiter geht. Aber Ihr seid nicht allein!

Meine Tochter ist heute mit vollem Einsatz und Überzeugung wieder im Dienst der Bundeswehr. Sie hat wieder Träume für die Zukunft und steht wieder voll im Leben.
© Jutta Vöckler
Letzte Neuigkeit:
12.01.12, 18:26 Uhr
Treffen unserer SHG's in 2012
Das neue Jahr ist da und damit auch die neuen Termine für die Treffen ...
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Letzte Änderung: 19.02.2012
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